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07.07.2009

Film-Tipp: Schwul bis zum Abwinken

Wer über «Borat» lachen konnte, wird auch über «Brüno» lachen. Alle anderen seien gewarnt: «Brüno» ist politisch unkorrekt, stinkfrech, peinlich, abstossend - und lustig.

Sacha Baron Cohen wirft sich als Brüno in Pose (Ascot Elite)

Wie macht Sacha Baron Cohen das bloss? Er verkleidet sich als ultraschwuler Brüno und bringt sich als solcher in die peinlichsten Situationen, die man sich vorstellen kann. Wobei: Eigentlich ist es ja vor allem für jene Bedauernswerten peinlich, die Brüno auf den Leim gehen. Allerdings fragt man sich, ob wirklich alle Szenen mit realen Menschen provoziert wurden oder ob nicht einzelne Szenen mit Schauspielern gestellt wurden. Würde ein echter radikaler Palästinenserführer Brüno und sein Kamerateam wirklich abziehen lassen, ohne die Herausgabe des Filmmaterials zu verlangen?

Wie dem auch sei, der Film ist schrillste Unterhaltung. Zwischendurch weiss man nicht, ob man sich für die blossgestellten Leute schämen soll, oder weil man über sie lacht. Brüno ist ein schwuler TV-Moderator aus Österreich, der nach Los Angeles reist, um ein Star zu werden. Dafür tut er alles. Aber nicht nur er: Einer der Höhepunkte ist die Szene, in der Brüno Vorgespräche mit Eltern führt, die ihre Babys für einen Werbefilm zur Verfügung stellen wollen. Ein Vater sagt zu allem ja, selbst dazu, das Kind mit Säuren hantieren zu lassen. Ganz offensichtlich hört er gar nicht zu, sondern will einfach den Job. Eine Mutter hört genauer zu und sagt trotzdem zu allem ja und Amen. Zu entscheiden, was schlimmer ist, bleibt dem Zuschauer überlassen.

Mit vulgärstem Humor entlarvt Brüno also Vorurteile und Homophobie sowie Eigenheiten und Absurditäten der US-Amerikaner und ihrer Celebrities. Das ist oft zum Schreien komisch, mitunter aber auch nervig. Sicher nichts für zarte Gemüter.

Deutscher Trailer
Englischer Trailer

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Reto Baer
Hören (3:23)

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