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04.08.2009

Film-Tipp: Hinter den Kulissen von Bollywood

«Luck by Chance» ist kein klassischer Bollywood-Film, weil er nicht nur eine Lovestory erzählt und bunte Tanznummern enthält, sondern gleichzeitig auch die Vetternwirtschaft in Indiens Filmbusiness kritisiert.

Isha Sharvani als Bollywood-Starlet (Trigon-Film)

Atemraubende exotische Schönheiten. Opulente Musik- und Tanznummern. Eine romantische Lovestory. Alles verklebt mit einer gehörigen Portion Kitsch. Das sind die bekannten Ingredienzien eines Bollywood-Films. Oft sind die Geschichten so simpel und die Schauspielleistungen so Sitcom-mässig, dass die Filme ausserhalb Indiens gar nicht funktionieren. Ausnahmen bestätigen die Regel. Zoya Akhtars «Luck by Chance» ist so eine Ausnahme. Dieser Film spielt nicht nur im Milieu der indischen Filmindustrie, er spielt auch mit den klassischen Bollywood-Klischees.

Zudem entlarvt der Film, dass Quereinsteiger in Bollywood so gut wie keine Chance haben. Vom Kameramann bis zur Regisseurin, vom Produzenten bis zur Schauspielerin vererben die Inder ihre Positionen im Filmbusiness an ihre Kinder weiter. Nur so lässt sich erklären, dass ein untalentiertes It-Girl wie Nikki (Isha Sharvani) Hauptrollen in grossen indischen Filmen spielen darf. Ihre Mutter, die gealterte Filmdiva Neena Walia (Dimple Kapadia), hat dafür gesorgt.

Kein Mensch in Mumbais Filmwelt scheint die Wahrheit zu sagen. Ausgesprochen wird nur, was der eigenen Karriere dient. So wird geheuchelt und gelogen, was das Zeug hält. Vom Jungschauspieler Vikram (Farhan Akhtar) hätte man das nicht erwartet, schliesslich lernt man ihn zu Beginn als engagierten und idealistischen Schauspieler kennen. Doch als das Glück bei ihm anklopft und er als Aussenseiter völlig überraschend die männliche Hauptrolle neben Nikki erhält, ist es mit seiner Integrität vorbei. Nun denkt auch er nur noch an seine Karriere und verrät dabei sogar seine Freundin Sona (Konkona Sen Sharma).

Der Schluss von «Luck by Chance» wirkt wie ein Plädoyer für mehr Mut und Wahrhaftigkeit in Bollywood. Auch das Filmende ist also untypisch, löst sich doch in einem herkömmlichen Bollywood-Film alles in Wohlgefallen auf. Hier aber bleibt der Stachel der Kritik stecken. Dennoch strahlt der Schluss auch Optimismus und Lebensfreude aus.

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