Film-Tipp: Der neue Almodóvar ist top
Penélope Cruz brilliert als Schauspielerin Lena (Pathé Films)
«Liebe macht blind». Dieses Sprichwort nimmt Pedro Almodóvar in «Los Abrazos Rotos» wörtlich. Denn der Grund, warum ein Mann (Lluís Homar) bei einem Autounfall das Augenlicht verliert, ist die Liebe. Hinter dem Autounfall könnte nämlich der eifersüchtige Ehemann (José Luis Gómez) der schönen Lena (Penélope Cruz) stecken. «Los Abrazos Rotos» erzählt in Rückblenden, wie es so weit kommen konnte.
Der Erblindete arbeitet heute unter dem Namen Harry Caine als Drehbuchautor. Früher war er als Filmeregisseur Mateo Blanco bekannt. Vor 14 Jahren verliebte er sich in die Hauptdarstellerin eines seiner Filme. Das war eben Lena, die Frau des viel älteren Produzenten des Films. Dessen Sohn (Rubén Ochandiano) aus erster Ehe dokumentierte die Dreharbeiten mit der Videokamera. Er funktionierte quasi als Privatdetektiv, der Lena und Mateo auch mal heimlich filmte. So erfuhr ihr Mann von ihrer Untreue.
Eigentlich eine klassische Eifersuchtsgeschichte, aber geschrieben und inszeniert von Pedro Almodóvar wird daraus eine komplex konstruierte Geschichte über die Wahrhaftigkeit in der Liebe und Kunst.
Der Filmtitel «Los Abrazos Rotos» kann mit «Gelöste Umarmungen» übersetzt werden. Und Umarmungen bilden auch die Schlüsselszenen des Films. Genau hinsehen lohnt sich. Denn Vieles wird gleich mehrfach gespiegelt, besteht der Film doch aus den Ebenen Gegenwart, Vergangenheit, Film im Film und Making of dieses Films. Dass dies nicht kompliziert wirkt, sondern luftig elegant daher kommt, ist der beste Beweis für Almodóvars grosses Können.
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