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12.04.2010

Film-Tipp: Von der Unmöglichkeit auszusteigen

Cary Fukunaga schildert in «Sin Nombre», wie ein Mitglied der mexikanischen Jugendbande Mara aussteigen will. Der Versuch ist zum Scheitern verurteilt. Ein herzzerreissender Film über Gewalt und Liebe.

Casper (Edgar Flores, links) gehört zur Bande von Lil’ Mago (Tenoch Huerta Mejía). (Filmcoopi)

Die mexikanische Mara, eine der gefährlichsten Verbrecherorganisationen der Welt, ist in verschiedene Clikas aufgeteilt. In Tapachula kommandiert Lil' Mago so eine Clika. Der 18-jährige Willy, dessen Bandenname Casper lautet, gewinnt Lil' Magos Gunst, weil er den zwölfjährigen Smiley rekrutiert hat.

Doch Caspers Bonuspunkte schwinden rasch wieder, da er seine Pflichten gegenüber der Mara vernachlässigt. Casper besucht lieber das Mädchen, in das er sich verliebt hat. Als Anführer Lil' Mago das herausfindet, beschliesst er drastische Massnahmen.

In Mexiko recherchiert
«Sin Nombre» wirkt ähnlich intensiv wie «Amores Perros» oder «City of God». Man kann kaum glauben, wie jung die Bandenmitglieder der Mara sind und wie wenig für sie ein Menschenleben gilt.

Regisseur und Drehbuchautor Cary Fukunaga recherchierte vor Ort in Mexiko und schloss sich selber Flüchtlingen an, die auf dem Dach von Zügen in den Norden fahren, um illegal in die USA zu gelangen.

Vielfach ausgezeichnet
Im zweiten Teil des Films flieht Casper auf diese Weise. Auf dem Dach eines Güterzugs kommt es zu zwei schicksalshaften Begegnungen, eine mit Lil' Mago und eine mit der Honduranerin Sayra, die ebenfalls auf der Flucht ist.

«Sin Nombre» hat schon diverse Kritiker- und Festival-Preise gewonnen, darunter am Sundance Filmfestival die Preise für die beste Regie und die beste Kamera. Zu Recht. Die Bilder sind wirklich eine Wucht.

«Sin Nombre» hat zwar brutale Szenen, glorifiziert die jugendlichen Gangster aber nie. Im Gegenteil. Das mexikanische Drama hat das Zeug zum Kultfilm. (rb)

«Box Office»-Beitrag von SF

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Die Kritik des Filmexperten Reto Baer
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