Buch-Tipp: «Menschen am Berg» - ein Muss für Zärtliche
Versprochen werden Geschichten von ganz oben - das Buch-Cover zeigt es.
Auf dieser Bergtour ist ihr Respekt vor den Bergen mit jedem Zeichen im Buch lesbar. Mühl stellt mit ihren acht Porträts ganz unterschiedliche Bergwelten vor und verwebt Fakten wie diejenigen zur Gletscherschmelze unprätentiös in eine klare, fein poetische Sprache, die eine erwachsene Melancholie ins Buch legt.
Fein verwebte Fakten
Sie nähert sich dem Schicksal der Bären, die vom Menschen vom Feind zum Freund und wieder zum Feind gemacht wurden, begleitet mit uns die Tunnelarbeiten im Gotthardmassiv und versetzt mit Worten Gedankenberge: Ist der Tunnel die Negierung des Berges? Fachpersonen kommen zu Wort, der Glaziologe, der Bergführer, der Bergbauer.
«Menschen am Berg» kennt keine Alpenromantik. Das Leben auf einem jurassischen Hof auf 1250 Metern Höhe ist hart. Eine porträtierte Familie scheint erschöpft, kann sich keine Krankheit leisten: «(...) die Tiere und der Berg brauchen uns. Es ist ja sonst keiner da.»
Kein romantisches Alpenglühn
Auch eine Liebesgeschichte – in den Niederlanden wurde eine Fotosammlung veröffentlicht, die immer dasselbe anonyme Paar zeigt, über Jahre hinweg. Eine grosse Liebe, festgehalten in schweigenden Fotografien, im Hintergrund immer Bergwelten – ist nie süss.
«Menschen am Berg» ist ein Muss für: Zärtliche. Die Autorin bringt dem Leser die Berge und was sie bergen und bieten so nahe, dass man die Hand über die Berge halten, ihre Stärke spüren und sie schützen möchte.
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