Filme aus dem WM- Land Südafrika
Erster südafrikanischer Oscar-Film: «Tsotsi». (Filmcoopi)
Südafrikanische Filme sind ausserhalb ihrer Heimat kaum bekannt. Es sei denn, sie gewinnen Auszeichnungen. In den Nuller Jahren gewann unter anderem «Amandla!» (2002) den Publikumspreis vom Sundance Filmfestival, «U-Carmen eKhayelitsha» (2005) den Goldenen Bären von Berlin und «Tsotsi» (2005) sogar den Oscar als bester nicht-englischsprachiger Film.
Armut und Kriminalität
«Tsotsi» bedeutet so viel wie «Dieb» oder «Gangster». Der 19-jährige Protagonist wird von allen so genannt. Er lebt in den Slums am Rand von Johannesburg. Als er eines Nachts einen BMW stiehlt, merkt er erst nach einer Weile, dass auf dem Rücksitz ein Neugeborenes liegt. Statt es auszusetzen, kümmert sich Tsotsi um das Baby. Diese Geschichte hat Filmfans auf der ganzen Welt bewegt.
Aliens in Johannesburg
Letztes Jahr bewies Neill Blomkamp, dass auch ein Südafrikaner einen veritablen Sciencefiction-Film machen kann: «District 9» (2009) erzählt von kakerlakenartigen Aliens, deren gigantisches Raumschiff neben Johannesburg notlandet.
Die Aliens werden in einer Art Flüchtlingslager, eben dem «District 9», interniert. So entsteht eine neue Form von Apartheid. Speziell ist die gelungene Machart des Spielfilms: Er wirkt wie eine Reportage oder ein Dokumentarfilm.
Aufregung in der Wüste Kalahari
Ein weiterer Welterfolg dieser Grössenordnung liegt schon etwas länger zurück. Anfang 80er Jahre trat die südafrikanische Slapstick-Komödie «The Gods Must Be Crazy» (1980) einen Siegeszug durch die Welt an.
Eine leere Colaflasche, die ein Privatflugzeug-Pilot aus dem Fenster wirft, sorgt für Aufregung. Die kleine Glasflasche landet unversehrt im Kalahari-Sand vor den Füssen des Buschmannes Xi.
Buschmann und Moderne
Ein Geschenk der Götter, denkt Xi und bringt das durchsichtige Ding in seinen Stamm. Dort wird es zu allem möglichen verwendet, nur nicht zum Trinken. Bald führt das Wunderding jedoch zu Streit. Jeder will es haben.
Xi findet, wenn die Götter seinem Stamm ein so unheilvolles Ding schenken, dann müssen sie verrückt sein. Daher beschliesst er, die Colaflasche ans Ende der Welt zu bringen. Auf seiner Wanderung begegnet Xi noch weiteren Errungenschaften der modernen Zivilisation, die durch seine Sichtweise auf witzige Art hinterfragt werden. (rb)
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