Buchtipp: Wolfgang Hermann «Mit dir ohne dich»
Romanfigur Richard findet in «Mit dir ohne dich» keinen Weg, sich dem Erfolgs-Druck zu entziehen.
Richard Martens Debütroman war ein überwältigender Erfolg, er wurde in x-Sprachen übersetzt und Richard war auf einmal berühmt. Nun flacht der Erfolg ab und Richard setzt sich unter den riesengrossen Druck, schnell einen nächsten, ebenso erfolgreichen Roman schreiben zu müssen.
Briefe einer Unbekannten
Eigentlich weiss Richard, dass es ganz normal ist: Nach einem erfolgreichen Debütroman warten Leser und Kritiker gespannt auf das zweite Buch um herauszufinden, ob der Autor halten kann, was er versprochen hat. Richard findet aber keinen Weg, sich diesem Druck zu entziehen.
Er beginnt zu trinken und wird träge, auch wenn in ihm alles immer lebendiger wird und ihn zum Schreiben drängt. Dann verlässt ihn seine Freundin und Richards Verstimmung vertieft sich. Als er Briefe einer Unbekannten erhält, die ihm von ihren sexuellen Beziehungen erzählt, ist ihm die Abwechslung nicht nur willkommen - er verkauft seiner Verlegerin die Briefe kurzerhand als Auszüge aus seinem neuen Roman. Dann haut er Hals über Kopf ab nach Japan. Dort befindet sich seine Ex, die er zurückgewinnen will.
Langsam verrückt werden
Langsam merkt man, das Richard immer mehr schräge Dinge tut und sieht - er bestellt die Polizei ohne sich, als sie bei ihm vor der Türe steht, daran erinnern zu können und so weiter. Der Druck und die Trennung von seiner Ex machen ihn verrückt - und das ist weder mit den Briefen der Unbekannten noch mit dem Flug nach Japan wett zu machen. Richard begreift das aber erst, als etwas passiert, das sein Leben in eine neue Richtung führt. (kum)
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