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05.08.2010

Film-Tipp: Was behindert Liebe?

Menschen mit Down-Syndrom wird oft nicht viel zugetraut. Der wundervolle spanische Spielfilm «Yo, también» thematisiert das auf erfrischend offene Weise. Ein berührender Liebesfilm der etwas anderen Art.

Lola Dueñas und Pablo Pineda glänzen in den Hauptrollen. (Filmcoopi)

Einen Hochschulabschluss in Sonderpädagogik zu machen, ist eine Leistung, die man dem 34-jährigen Daniel nicht zutraut, weil er mit dem Down-Syndrom zur Welt gekommen ist. Aber er hat es gschafft und ist stolz darauf.

An seinem neuen Arbeitsplatz in der Stadtverwaltung lernt er die eigenwillige Laura kennen. Sie fühlt sich als Aussenseiterin zu Daniel hingezogen. Die beiden freunden sich an und sehen sich alsbald mit Vorurteilen konfrontiert.

Endlich «normal»
Doch Daniel geniesst es, endlich «normal» behandelt zu werden, wie jeder andere auch. Darauf bezieht sich der Filmtitel: «Yo, también» heisst «ich auch». Problematisch wird die Beziehung erst, als Daniel sich in Laura verliebt.

Pablo Pineda, der Darsteller des Daniel, ist tatsächlich der erste Europäer mit Down-Syndrom, der einen Hochschulabschluss erworben hat. Die Autoren und Regisseure Álvaro Pastor und Antonio Naharro liessen sich durch sein Leben zu diesem Film inspirieren.

Fantastisches Hauptdarsteller-Paar
Lola Dueñas, die Laura spielt, ist eine der profiliertesten Schauspielerinnen des spanischen Kinos, international bekannt aus Filmen Pedro Almodóvars oder dem mehrfach ausgezeichneten Drama «Mar adentro» von Alejandro Amenábar.

«Yo, también» ist ein Liebesfilm, wie man ihn noch nie gesehen hat. Frisch und frech thematisiert er die Sehnsucht eines zum Behinderten gestempelten Menschen nach Normalität und Liebe. Dank dem Spiel des Hauptdarstellerpaars ein unvergessliches Kino-Erlebnis.

Das Down-Syndrom
Der Name geht auf den britischen Arzt John Langdon Down zurück, der die Merkmale bereits 1866 beschrieb. Alternativ wird auch - aufgrund des nach einem Teilungsfehler der Keimzellen in jeder Zelle dreifach vorkommenden 21. Chromosoms - von Trisomie 21 gesprochen.

Das Down-Syndrom ist somit eine genetisch bedingte Veranlagung und keine Erkrankung. Es kommt in etwa 1 von 800 Geburten vor. Eine Folge des überzähligen Chromosoms sind körperliche Besonderheiten und eine verlangsamte geistige Entwicklung. (rb)

Originaltrailer mit englischen Untertiteln

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Die Kritik des Filmexperten Reto Baer
Hören (2:59)

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