Film-Tipp: Ein Thriller für die Ewigkeit
Die Richterin Irene Menéndez Hastings (Soledad Villamil), ihr Assistent Benjamín Espósito (Ricardo Darín) und ein Mann (Isidoro Gómez), der eine Knarre braucht. (Xenix)
Wer an Hitchcock denkt, dem kommt automatisch Spannungskino in den Sinn. Doch das ist nur der halbe Hitchcock. In seinen Krimis und Thrillern ging es immer auch um Liebe, um eine unerreichbare Frau.
Das gilt auch für Juan José Campanellas «El secreto de sus ojos». Der Held Benjamín Espósito (Ricardo Darín), eine frisch pensionierter Gerichtsangestellter, verliebte sich vor 25 Jahren unglücklich in seine Chefin Irene Menéndez Hastings (Soledad Villamil).
Verlorene Liebe
Nun will er einen Roman darüber schreiben. Statt etwas zu erfinden, benutzt er seine Erinnerungen an einen Mordfall. Die getötete Frau glich Irene, die Espósito an einen anderen verlor, so wie Ricardo Morales (Pablo Rago) seine junge Frau an den Tod verlor.
Morales versuchte danach wie ein Besessener, den Mörder zu finden. Tief gerührt von dessen Schmerz half ihm Espósito. Doch einen Mörder zu finden, heisst noch lange nicht, ihn der gerechten Strafe zuführen zu können.
Von der Unmöglichkeit der Gerechtigkeit
«El secreto de sus ojos» ist ein Film über die Unmöglichkeit der Gerechtigkeit, aber auch ein Film über die Ungerechtigkeit des ganz normalen Lebens. Einer bekommt die Frau seiner Träume, der andere nicht. Einer lebt, der andere stirbt.
Derjenige, der sich gegen diese Ungerechtigkeit wehrt, hat schon verloren. Im Kino gibt es reihenweise solche tragische Helden. Benjamín Espósito stellt sich nun dazu. Und was dieser tragische Held erlebt, vergisst der Zuschauer nicht so schnell wieder.
Moderner Klassiker
Vor allem, wie klug und geschickt es der Regisseur und Co-Autor Juan José Campanella erzählt, vergisst man nicht mehr. Da vermischen sich Gegenwart und Vergangenheit zu einem hochdramatischen Spannungscocktail.
Campanella hat mit «El secreto de sus ojos» einen kunstvollen Thriller geschaffen, der schon jetzt zu den Klassikern gehört und wohl noch in vielen Jahren auf den Bestenlisten so mancher Kritiker und Filmfans auftauchen wird. (rb)
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