Film-Tipp: Scream 4 oder Scream 2.0
Für Scream 4 hat man auf die bewährten Schauspieler der ersten drei Folgen gesetzt.
Sidney Prescott (Neve Campbell) hat ihre schreckliche Vergangenheit in einem Selbstilfe Buch niedergeschrieben. Dieses wird zu einem Bestseller und Sidney begiebt sich auf eine nationale Lesetour, deren letzte Station ihre Heimatstadt Woodsboro ist - Dort wo alles vor fünfzehn Jahren begann.
Leider bedeutet die Rückkehr von Sidney auch die Rückkehr von Ghostface. Das Morden nimmt seinen Lauf, und Sidney und ihre Freunde müssen sich erneut gegen Ghostface behaupten...
Scream 2.0
Wieso braucht es Scre4m? Eine geldgierige Filmindustrie, die aus jedem Produkt das letzte Tröpfchen Geld rauspresst, wäre wohl die logische Antwort. Doch bei den Scream Filmen ist dies nicht der (offensichtliche) Fall. Wes Craven hatte in seine bisherigen Scream Filmen immer einen lakonisch ironischen Blick auf den Horrorfilm, geworfen.
Im vierten Teil, geht es vor allem dem Fortsetzungs - und Remake-Wahn an den Kragen, der ja bekanntlicherweise zur Zeit Hollywood beherrscht. Und, wie bei Wes Craven immer der Fall, natürlich mit einer guten Portion Selbstironie. Man könnte also sagen, Wes Craven muss mal wieder seine Meinung los werden.
Jagd auf Facebook
Scre4m spielt im Jahr 2011. In der heutigen Zeit ruft der Killer nicht mehr nur aufs Festnetztelefon an. Er fragt auch mal über Facebook nach, was denn dein Lieblings Horrorfilm ist. Wes Craven schafft es vorzüglich, die Garde von Stars aus den alten Scream Filmen (Neve Campbell, Courtney Cox und David Arquette) auf eine neue Generation von Schauspielern (Hayden Panettiere, Emma Roberts) prallen zu lassen.
Schliesslich muss auch Ghostface sich erneuern und mit der Zeit gehen. Darum werden alle Morde per Webcam live ins Netz gestreamt. Scr4am ist definitiv im neuen Jahrtausend angekommen - Der Zeitgeist wird wunderbar aufgenommen und wiedergegeben.
Alles andere als "Torture-Porn"
Geht man ans Eingemachte von Scre4m, dann ist der Film natürlich ein Horrorfilm. Ein Slasher erster Güte, in dem mehrheitlich junge Schauspieler dran glauben müssen. Obwohl der Regisseur in seinem Film die zur Zeit eher bedenkliche Entwicklung des Horrorfilms zu einer Blut und Fleisch Orgie (im Fachjargon "Torture-Porn")ankreidet, ist auch Scre4m blutiger und brutaler als seine Vorgänger.
Trotzdem darf der Film nicht in einen Topf mit Saw und Hostel geworfen werden. Scre4m soll Angst machen und nicht ekeln. Ob das Konzept aufgeht muss wohl jeder für sich entscheiden, aber zartbeseiteten Kinogänger ist der Film grundsätzlich nicht zu empfehlen.
Für Scream-Fans gemacht
Man hat beim vierten Teil der Scream Reihe eigentlich alles richtig gemacht. Man hat die alten Schauspieler wieder ins Boot geholt, und den bisherigen Regiesseur wieder die Führung übernehmen lassen. Scre4m ist ein unterhaltsamer neuer Teil in dieser Franchise, der vor allem für Fans gemacht worden ist. Aber auch wer einfach mal wieder richtigen Horror sehen will ohne sich dabei wie in einer Fleischabteilung zu fühlen, der wird mit Scre4m gut bedient sein.
Ghostface ist zurück, gnadenloser denn je. Und er wird uns auch noch ein Weilchen erhalten bleiben. Die Verträge für einen fünften und sechsten Teil sind bereits unterzeichnet. Jérôme Brunner
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