Buch-Tipp: Kim Frank «27»
Hat nicht nur musikalisches Talent, sondern kann auch schreiben: Kim Frank.
In den Jahren 1999 und 2000 hat die deutsche Popband Echt auch die Schweizer Hitparade mit eingängigen Songs wie «Weinst Du», «Junimond» oder «Du trägst keine Liebe in dir» bereichert. «Echt» hat sich 2002 aufgelöst und der ehemalige Sänger Kim Frank lebt seine Kreativität seither in anderen Sparten: Er fotografiert, dreht Musikvideos - und der heute 29-Jährige hat einen Roman geschrieben.
Nicht autobiografisch, aber authentisch
Musik, Sonnen- und Schattenseiten des Musikbusiness, Angst. Um diese drei Themen geht es in «27». Der Erzähler Mika ist Sänger einer deutschen Band, die aus jungen Männern besteht und sehr schnell sehr berühmt wird.
Das Buch ist keine Autobiografie von Kim Frank, auch wenn sich Parallelen zu seinem Leben finden. Aber das ist nicht so wichtig, denn der Autor schafft das, was er sich möglicherweise gewünscht hat: Man vergisst ihn und das, was man von ihm weiss - er verschwindet hinter seiner lebendig und authentisch erzählten Geschichte.
Panische Angst vor dem Tod
Der Buchumschlag von „27" zeigt Jim Morrison, Kurt Cobain und andere Sänger, die mit 27 gestorben, also dem sogenannten «Club 27» beigetreten sind. Mika hat Angst, dass auch er mit 27 sterben muss. Es hat nicht nur ein bisschen Schiss, er hat panische Angst, die ihn zunehmend verändert.
Die Angst, gepaart mit dem unkontrollierbaren Erfolg treiben die Geschichte voran, Mikas Luft wird dünner und dünner. Kim Franks lockerflotte Schreibsprache wird manchmal bewusst ordinär, wenn er zeigen will, wie sich Mika wütend dagegen wehrt, dass ihn keiner mehr als Person, sondern nur noch als Projektionsfläche wahrnimmt. (kum)
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