Der Schweizer Bildhauer Bernhard Luginbühl ist am 19. Februar im Alter von 82 Jahren gestorben. Der Berner Künstler zählte zu den bedeutendsten und populärsten Schweizer Künstlern der Gegenwart. Seit 1947 schuf Bernhard Luginbühl über 1500 Skulpturen.
Luginbühl war ein Künstler mit Bodenhaftung. In Bildern sieht man ihn oft bei der Arbeit im «Übergwändli». Er arbeitete viel mit Eisen, aber auch aus Schädeln, Knochen, Holzabfällen oder aus Kanonen und Sturmgewehren entstanden seine Werke.
Luginbühl war nicht nur Eisenplastiker. Er war auch Grafiker, Lyriker und - vor allem in den 1990er Jahren - populärer Verbrennungskünstler. Sein Protest gegen die Zerstörung der Lebensgrundlagen ging dabei Hand in Hand mit einem ausgeprägten Sinn für den spektakulären, publikumswirksamen Event.
In den 1950er Jahren gehörte Bernhard Luginbühl mit seinen Eisenplastiken zur künstlerischen Avantgarde. Zusammen mit seinem Freund Jean Tinguely teilte er die Liebe zum Schrott. Er gefiel sich in der Pose des Bürgerschrecks und sprengte mit seiner Kunst die Grenzen des sogenannt guten Geschmacks. Mehr
Bernhard Luginbühl war ein Patriarch mit ungemeiner Präsenz. Sein Markenzeichen: riesige Eisenplastiken und Holzskulpturen, die er gerne auch öffentlich in pyrotechnischen Aktionen abfackelte. Der Zürcher Kunsthistoriker Jochen Hesse hat Luginbühls Werk jahrelang intensiv verfolgt - und dabei auch die subtile und fragile Seite des Künstlers entdeckt.
1994 war Bernhard Luginbühl Gast in der Sendung Focus auf DRS 3. Er erzählt im Gespräch über seine Jugend und wie er in einer Metzgerfamilie aufwuchs, seine Beziehung zu Jeannot Tinguely und seine Kunstform.