Die Sonderkorrespondenten- und korrespondentinnen von Schweizer Radio DRS haben in den Infosendungen «HeuteMorgen», «Rendez-vous» und «Echo der Zeit» direkt vom Weltwirtschaftsforum (WEF) 2010 berichtet. DRS 4 News begleitete das WEF zudem mit täglichen Sondersendungen.
Konsequenzen aus der Krise standen dieses Jahr im Mittelpunkt am WEF - besonders die radikalen Umbaupläne für das Finanzsystem. Es sei vor allem um die Banken gegangen, ist sich die internationale Presse einig: «Banker spüren die Kälte von Davos» oder «Banken-Manager auf der Flucht», so die Kommentare.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) will einen Fonds gründen, um den Entwicklungsländern beim Klimaschutz zu helfen. Dafür würden 100 Milliarden Dollar pro Jahr bereitgestellt, kündigte IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn am WEF an. Das kommt einem Durchbruch auf einem Gebiet gleich, auf dem der Klimagipfel in Kopenhagen vom Dezember noch gescheitert war.
Das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos ist zu Ende. Es hat ungewöhnlich intensive und harte Diskussionen gebracht. Politiker und Banker stritten darüber, wie die Finanzmärkte künftig reguliert werden müssen. Sonderkorrespondent Rainer Borer zieht eine Bilanz.
Im Gegensatz zur sichtbaren Weltwirtschaft hat die Schattenwirtschaft nicht mit der Krise zu kämpfen. Im Gegenteil: Die Märkte verschiedenen Mafias boomen. Das zeigt der Bericht einer Expertengruppe des Davoser Weltwirtschaftsforums (WEF).
Wenn sich die Spitzen aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft am Weltwirtschaftsforum in Davos treffen, herrscht normalerweise grosse Eintracht. Nicht so in diesem Jahr. Die Vorschläge von Barack Obama zur Reform der Finanzbranche und die globalisierungskritische WEF-Eröffnungs-Rede von Nicolas Sarkozy sorgen für höchst kontroverse Diskussionen.
Was macht die Wirtschaft aus den Beschlüssen am Klimagipfel in Kopenhagen? Das fragt man sich am WEF in Davos. «Was wir in erster Linie brauchen ist ein Preis für das CO2», sagt Peter Voser, Chef von Royal Dutch Shell. Er sei ein Freund des Verursacherprinzips.
Andreas J. Gredig vom Davoser Hotel Flüela war schon beim ersten Weltwirtschaftsforum als Gastgeber dabei. Er erinnert sich im Gespräch unter anderem an einen Spionagefall und das geringe Interesse der Hoteliers am ersten Forum im Jahr 1971.
Das Weltwirtschaftsforum 2010 geht langsam zu Ende. Dieses Jahr kamen weit über 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Davos. Darunter solche, die zum ersten Mal am WEF teilgenommen haben - und solche, die seit Jahrzehnten dabei sind.
Nehmen die Wirtschaftsbosse, die in diesen Tagen am WEF in Davos versammelt sind, das Motto «den Zustand der Welt verbessern, neu denken, überdenken» überhaupt zur Kenntnis? Mehr
Wirtschaftsministerin Doris Leuthard beschäftigt sich am WEF in Davos auch mit der Krise auf dem Arbeitsmarkt. «Es ist ein Faktum, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise nun eine dritte Krise auf dem Arbeitsmarkt ausgelöst hat», so Leuthard.
Das Weltwirtschaftsforum in Davos findet in einer Zeit des Wandels statt: Nach der Finanzkrise wächst die Einsicht, dass die Zeit des unkontrollierten Wirtschaftens vorbei ist. Das gilt nicht nur für das Bankenwesen, sondern auch in der Klimapolitik und bei der gerechten Verteilung von Reichtum. Ist nun Schluss mit dem ungezügelten Wachstum? Mehr
Auch das WEF in Davos will sich um Haiti kümmern. Klaus Schwab kündete bei der Eröffnung eine Initiative für das zerstörte Land an. Bill Clinton, Ex-Präsident der USA und Sonderbeauftragter der Uno für Haiti, forderte die Vertreter der Wirtschaft dazu auf, rasch und intensiv in die haitianische Wirtschaft zu investieren.
Krisenzeiten sind keine schöne Zeiten. So erstaunt es nicht, dass viele Manager am WEF die Krise möglichst schnell hinter sich lassen wollen. Der US-Ökonom Dennis Snower warnt allerdings davor, mit denselben rechtlichen Regeln für die Finanzbranche in die Zukunft zu gehen.
Finanzminister Hans-Rudolf Merz hat seinen Besuch am WEF in Davos nicht nur genutzt, um den Streit mit Frankreich über gestohlene Bankkundendaten zu entschärfen. Er war auch im Fall UBS aktiv und hat mit der US-Regierung über das jüngste Urteil des Bundesverwaltungsgericht gesprochen.
Der US-amerikanische Investor und Multimilliardär George Soros fürchtet sich vor einem erneuten Absturz der Wirtschaft. Sein Gespür für den Gang der Wirtschaft ist legendär.
Am Weltwirtschaftsforum (WEF) gibt es auch Stimmen, die strengere Regeln für die Finanzwelt fordern, unter anderen auch marktfreundliche Ökonomen. Zu ihnen gehört Kenneth Rogoff, Harvard-Professor und ehemaliger Chef-Ökonom des internationalen Währungsfonds (IWF).
Die Forderung verschiedener Politiker nach strengeren Regeln für Banken ist auch am Weltwirtschaftsforum (WEF) ein grosses Thema. Die anwesenden Banker sind irritiert. Die Politiker hätten keine Ahnung vom Funktionieren der Finanzwelt, hiess es etwa. Die Banker zeigten sich entschlossen, gegen allzuviele staatliche Einschränkungen zu kämpfen.
Seit fünf Jahren trifft sich der Führungsnachwuchs, die Young Global Leaders, während des WEF in Davos. Sie sind alle unter 45 Jahre alt, sind entweder in Wirtschaft, Politik oder in gemeinnützigen Organisationen tätig oder sind Künstler.
Das Stelldichein der Mächtigen, das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos, ist trotz aller Kritik immer noch da, auch beim 40. Mal. Warum das WEF eine Erfolgsgeschichte und ein Phänomen ist.
Das Weltwirtschaftsforum (WEF) nimmt für sich in Anspruch, Spitzenleute aus den grössten Konzernen zu versammeln. Weltweit mag das stimmen, allerdings zeigt sich, dass längst nicht alle Wirtschaftsbranchen gleich vertreten sind.
Wenn am Mittwoch das Weltwirtschaftsforum (WEF) beginnt, sind in Davos wieder mehrere tausend Soldaten im Einsatz. Neben ihnen sorgen auch Nachrichtendienstler für Sicherheit. Sie arbeiten getarnt und müssen die Bedrohungslage für das Forum sowie für die Politiker aus aller Welt ständig neu einschätzen und ihre Informationen weiterleiten.