Schwab und der «Geist von Davos»
Klaus Schwab wurde 1938 im deutschen Ravensburg geboren. Nach Studien in Maschinenbau, Ökonomie und Politik arbeitete Schwab unter anderem für Escher Wyss. Von 1971 bis 2003 war er Professor für Unternehmenspolitik an der Universität Genf Zwischenzeitlich wirkte er weltweit als Gastdozent.
Stakeholder-Theorie als Grundlage
Bereits in der 1970er Jahren führte Schwab den Begriff des Stakeholder in die Wirtschaftswissenschaft ein. Gemeint ist die Auffassung, dass ein modernes Unternehmen allen Interessenten dienen müsse.
Zu diesen Stakeholdern gehören die Besitzer des Unternehmens, die Zulieferer, Kunden und Mitarbeiter, aber auch Regierungen sowie die Gesellschaft und speziell auch die Gemeinden, in denen das Unternehmen tätig ist.
Alle an einen Tisch
Nur wenn alle diese Stakeholder miteinander sprechen und gemeinsam Ideen entwickeln, könne ein Unternehmen langfristig erfolgreich sein, so Schwab. Später dehnte er diese Idee auf die ganze Welt aus.
Deshalb möchte er die verschiedensten Menschen und Gruppen zum Gespräch an einen Tisch bringen. Zu diesem Zweck organisierte Schwaz 1971 in Davos das erste «European Management Symposium» mit 400 Teilnehmern.
Der Geist von Davos
Der von Schwab gepflegte «Geist von Davos» besteht nicht zuletzt darin, dass bei diesem - mit Schwabs Worten - «Treffen der Mächtigen, der Entscheidungsträger der Welt» informelle und ungezwungene Begegnungen zustande kamen.
Schwab erhob darüber hinaus den Anspruch, man sei «verpflichtet, den Zustand der Welt zu verbessern». Deshalb war es Schwab auch wichtig, dass die Uno die 1987 gegründete übergeordnete Stiftung «World Economic Forum» als Non-Governmental international Organization (NGO) mit Beraterstatus anerkannte.
Spätestens in den 1980er Jahren führten Schwabs Initiativen dazu, dass sich die Davoser Treffen als Forum für die politische Bühne etablierten. Mittlerweile nehmen jeweils rund 2500 Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft an den jährlichen Davoser Treffen teil.
Zitate Schwabs in der Presse:
«Davos ist für jeden, der etwas zu sagen hat, eine Plattform. Allerdings wollen wir keine Ideologen, die nur antreten, um ihre Mission durchzubringen. Jeder Teilnehmer muss zum Dialog fähig sein.» (Süddeutsche Zeitung, Januar 2010)
«Ich fühle mich wie ein Kreator oder wie ein Künstler. Ich liebe es, Probleme zu sehen und dafür zu sorgen, dass man etwas tut, um sie zu lösen.» (Süddeutsche Zeitung, Januar 2010)
«Auf all die Fragen, mit denen sich die Führungspersönlichkeiten befassen, wird man - das muss ich leider so sagen - keine Antwort finden, indem man nur Zeitung liest.» (Bilanz, November 2009)
«Die Wirtschaftskrise könnte sich zu einer sozialen Krise entwickeln. Auf uns kommen schwierige Zeiten zu. Um ein Auseinanderbrechen der Gesellschaft zu verhindern, brauchen wir Gemeinschaftssinn.» (Tages-Anzeiger, Dezember 2009) (luek)
