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Montag, 10.10.2011

Tiefrote Zahlen bei Österreichs Erste Bank

Die grösste österreichische Bank Erste Group erwartet für das laufende Jahr bis zu 800 Millionen Euro Verlust. Als Grund werden grosse Verluste in Ungarn und Rumänien genannt.Teure Frenkenkredite mussten abgeschrieben werden.

Österreichs Erste Bank droht wegen ihrer Geschäfte in Ungarn und Rumänien in Schieflage zu geraten: Statt eines Gewinns rechnet die grösste Bank Österreichs mit einem Verlust von rund 800 Millionen Euro. Bisher war die Bank von einem Gewinn in Höhe von etwa 700 Millionen Euro bis Ende September ausgegangen. Als Konsequenz werden geplante vorzeitige Rückzahlungen von Staatshilfen verschoben.

Für die Aktionäre werde es für 2011 keine Dividende geben, teilte die Bank mit Sitz in Wien mit.

Probleme mit Ost-Operationen
Der Wert der Töchter der Erste Bank in Ungarn und in Rumänien wird auf null abgeschrieben. In Ungarn sind damit 312 Millionen Euro und in Rumänien 627 Millionen Euro zerstört worden, also rund eine Milliarde Euro.

In Ungarn macht die Erste Group das neue Bankengesetz für die Entwicklung verantwortlich. Dieses erlaubt Kunden, Fremdwährungskredite unter Marktwert zurückzuzahlen. Die Verluste gehen auf Kosten der Bank.

Besonders die Aufwertung des Franken hatte viele Kreditnehmer in Bedrängnis gebracht. Allein Mitte September hatte die Erste Bank Group in Ungarn drei Milliarden Euro an Frankenkrediten ausstehend.

EU und Österreich hatten vergeblich bei der ungarischen Regierung protestiert. Sie sprachen von einem unzulässigen Eingriff in privatrechtliche Verträge.

Wegen dieser «besorgniserregenden» politischen und wirtschaftlichen Entwicklung seien vorsorglich Rückstellungen in Höhe 450 Millionen Euro gebildet worden, teilte die Erste Bank in Wien mit. Künftig werde die Erste Bank in Ungarn nur noch Kredite in lokaler Währung ausgeben, hiess es weiter.

Österreichs Regierung erhält Gelder später zurück
Die Erste Bank Group muss nach eigenen Angaben die geplante vorzeitige Tilgung des staatlichen Stützungs-Kapitals von 1,2 Milliarden Euro um mindestens ein Jahr verschieben. Die Bank hatte die Finanzkrise 2008 nur dank staatlicher Hilfe überlebt.

Das Unternehmen erwartet trotzdem, dass die Kernkapitalquote (bezogen auf das Gesamtrisiko) mit etwa 9,2 Prozent gegenüber dem Jahresende 2010 unverändert bleiben wird. (bat, sda/dpa/reuters)

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